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Pressemitteilung 19/2013

Die „Hessische Energiespar-Aktion“ informiert: Sechs Schritte – Dämmung der Luftschicht von zweischaligen Außenwänden

Häuser mit zweischaligem Mauerwerk finden sich in Hessen zwar seltener als in Norddeutschland, doch es gibt sie. Beim zweischaligen Mauerwerk befindet sich zwischen einer inneren Mauerwerksschale (12 bis 25 cm) und einer äußeren Schale (6 bis 12 cm) eine Luftschicht (6 bis 7,5 cm). Diese kann nachträglich mit Dämmstoff verfüllt werden. Dies geht schnell und ist kostengünstig, allerdings ist die Dämmdicke auf die Luftschicht begrenzt. Die Dämmung des „Luft-Kerns“ ist besonders für nach 1960 errichtete Gebäude empfehlenswert. Erst ab diesem Zeitpunkt ist die Luftschicht durchgehend. Nur dünne Edelstahldrahtanker verbinden äußere und innere Mauerwerksschale. Bekannt hierfür ist der Winkelbungalow mit Verblendschalung. Bei älteren Gebäuden aus der Weimarer Zeit oder der unmittelbaren Nachkriegszeit befindet sich die Luftschicht in nur 60 % der Außenwandfläche und eine Kerndämmung ist weniger lohnend. Im Sommer gibt es bei ungedämmtem zweischaligem Mauerwerk oftmals Feuchte- und Stockflecken in kühlen und schlecht belüftbaren Räumen (Speisekammer etc.). Hier schlägt die hohe Außenluftfeuchte durch. Damit macht eine Kerndämmung Schluss.

„Die Energieeinsparung beträgt für ein Einfamilienhaus zwischen 10 und 15 %, da die Dämmschichtdicke begrenzt ist. Bei steigenden Energiepreisen kann eine Kerndämmung durch eine Außen- oder Innendämmung ergänzt werden. Eine große Untersuchung in Holland bewies schon in den Achtzigerjahren, dass flockige Dämmstoffe und Schäume sich im Laufe der Jahre nicht „setzen“. Die Kerndämmung ist wegen ihrer Funktionstüchtigkeit vom Tauwassernachweis nach DIN 4108 ausgenommen“, so Werner Eicke-Hennig, Leiter der „Hessischen Energiespar-Aktion“, ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Zum Einblasen des Dämmstoffs werden von außen Löcher in die Wetterschale gebohrt und Dämmstoffe eingeblasen. Beim Kleinlochverfahren hat die Bohrung nur 18 bis 24 mm Durchmesser. Bei Sichtmauerwerk werden die Löcher an die Kreuzungsstellen der Fugen gesetzt oder man nimmt einzelne Steine heraus. Bei kleineren Gebäuden braucht es oftmals nur eine Leiter und kein Gerüst, um den Giebel zu erreichen. Das spart Kosten. Untersuchungen zeigten, dass kerngedämmte Wände im Jahresdurchschnitt trockener sind als Wände mit Luftschicht. Die Dämmstoffe müssen wasserabweisend (hydrophobiert) sein. Für eine Kerndämmung stehen Steinwolleflocken, Perlitegranulat, Glasgranulat, Polyurethankügelchen und Silikatschaum zur Verfügung. Die Anforderungen der EnEV gelten mit der Verfüllung der jeweiligen Luftschichtdicke nach EnEV als eingehalten.

Die Kosten für das Einblasen liegen bei 20 bis 30 Euro pro m². Bei solch geringen Kosten fließt durch die Heizkosteneinsparung das Geld meist innerhalb von 10 Jahren zurück.

Weitere Informationen: Unter www.energiesparaktion.de gibt es 14 Energiesparinformationen mit detaillierten Hinweisen zu den wichtigsten Energiespartechniken, zum „Energiepass Hessen“ sowie eine Energieberaterliste.
Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

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